Warum spielen?

Na dass das Spielen hier auftaucht, sollte keine große Überraschung sein. Jeder der mich kennt, weiß dass ich hin und wieder in diverse Spielwelten abtauche. Aber wie kam ich eigentlich dazu? Alles fing 1989 mit Windpocken an. Eine Woche musste ich zu Hause bleiben und durfte nicht zur Schule. Welch unglaublicher Zufall sorgte dafür, dass meine Eltern mir eine Woche vorher über den Otto-Katalog einen Amiga 500 bestellten und dieser prompt in meiner Krankheitswoche kam. Ich hatte einen Amiga! Vorbei die Zeiten, an denen ich neidisch bei Freunden zum C64 schielen musste. Die hatten nen Käfer, ich nen Ferrari!

Meine ersten zwei Spielen waren Impact, ein Akranoid-Klon und kurz danach gab’s Kick-Off und das hätte dann sicherlich schon für Jahre an Spielspaß gereicht. Ligen selbst gründen und Turniere mit Stift und Block festhalten. Das Auswürfeln vom Heimrecht fing damals schon an, wenn man zu zweit oder mehreren vorm Amiga saß. Eine Angewohnheit, die bis heute angehalten hat und durch keine App oder Funktion in Fifa und Konsorten abgelöst werden konnte 🙂

Wie gesagt, es hätte für Jahre an Spielspaß gereicht, aber es gab ja soviel mehr…Und so ging die Geschichte weiter mit Lotus, Goal, Dungeon Master, Great Courts, Mousetrap (sucht ruhig nach diesem unbekannten Juwel), Bundesliga Manager Sessions mit 2 Mann vor dem Rechner und hunderten von Saisons mit je 2 Teams, Monkey Island im Disketten-Wechselfieber und und und…

Langjährig in Erinnerung bleibt mir bis heute noch das Rollenspiel Dragonflight, was ich kurz auf einer Amiga-Messe sah und unbedingt haben wollte. Stundenlang verbrachte ich in dem Spiel mit meiner Party. Zeichnete selbst Karten der Dungeons, solange sie noch nicht in den Spielenzeitschriften von anderen abgedruckt waren und nach Stunden des Spielens stand ich kurz vorm Endgegner und hatte alle Zutaten für den Sieg in der Tasche….bis auf eine, die ich im Lauf des Spiels übersah. Ich hatte keine Ahnung wo ich es suchen sollte, in welchem Dungeon, in welcher Stadt, die Welt war so groß….ich habe das Spiel nie beendet. Es sollte nicht das letzte Trauma dieser Art werden.

dragonflight_kartenÜberhaupt diese Amiga-Messen in Köln. Einmal jährlich pendelten wir zur Amiga-Messe, nicht so voll und überfüllt wie die Gamescom und man kam immer mit was nach Hause. Sei es Demos (die vor den Zeiten des Internets nicht so häufig zu bekommen waren), kostenlose Spiele und T-Shirts. Wie dieses legendäre T-Shirt, wo der Aufdruck so perfekt sitzt und was ich bis heute mit meinem Leben bei Umzügen bewachen muss…

activison_shirtAber wie das so mit den schönen Zeiten ist, irgendwann sind sie vorbei. Das galt auch für den Amiga, trotz Speichererweiterung auf 1MB. Es kam die Zeit, da fing ich wieder an zu schielen, zu den Freunden mit den PCs mit diesem Wing Commander und vor allem diesem X-Wing. Das gab’s für den Amiga nicht. Also wurde für damalige Verhältnisse ein recht 5000 DM teuerer Pentium 120 von der Firme Gateway aus Irland gekauft, mit Windows 95, von den Eltern finanziert, da zum Arbeiten und so. Und für X-Wing vs. Tie-Fighter, was mich so schön in die Welt von Star Wars eintauchen ließ, dass es zum Dank auf dem Titelbild dieser Website landen durfte.

Und dann ging sie los, die Zockerei auf dem PC, sei es mit Diablo, den Lucas Arts Adventures, Duke Nukem 3D, Dark Forces, Command & Conquer, Elite Force (als Sammleredition als riesiger Borg-Kubus, der überhaupt keinen Platz einnimmt ;)) oder auch kleineren Perlen wie Psychonauts. Es hat sich das Titelbild dadurch verdient, dass es trotz seiner Genialität auf dem Stapel der nicht zum Ende durchgespielten Spiele gelandet ist. Ein Vertreter einer nicht ganz so seltenen Art. Denn je älter man wird, desto weniger Zeit bleibt zum Durchspielen, denn da ist schon das nächste Abenteuer, was auf einen wartet. Also chillt man von einer Welt zur nächsten, verbleibt eine Weile und hofft das Ende sehen zu können…

Und dann kommt ein World of Warcraft und nimmt den ganzen anderen kleinen Spielen ihre Zeit weg. So erging es mir. Die Welt in WoW war fesselnd, die Story zog einen mit und die Möglichkeit mit anderen gemeinsam Abenteuer zu erleben, zu fünft, zu zehnt, zu vierzig zusammen gegen fiese Schergen vorzugehen, brachte eine Faszination, die ich so vorher von Spielen nicht kannte. Und schon landet das Spiel auf dem Titelbild dieses Blogs.

Aber auch dazu fehlt dann irgendwann die große Zeit, es reicht nur fürs kurze Reinschnuppern, schließlich geht jedes Studium mal zu Ende und es wird ernst 😉 Und man besinnt sich zurück auf das Chillen in Spielen, die Entspannung in fremden Welten und geniesst die kleinen Augenblicke oder auch das Beenden eines Spiels, auch wenn es bei mir bei Mass Effect vier Jahre gedauert hat. Aber die Lust mal wieder das Ende eines Spiels zu sehen, lässt zumindest den Stapel der nicht zu Ende gespielten Spiele nicht zu steil ansteigen. Mal schauen wie lange ich für den 2.Teil von Mass Effect brauchen werde, geschweige denn für ein Skyrim

Damit sind wir schon im hier und jetzt und nehmen uns noch das vierte Spiel des Titelbildes zu Brust. Uncharted 3 ist der Vertreter der puren Unterhaltung, der schon fast interaktive Film, den man selbst erleben darf, das Chillen von der Couch aus. Das war der Hauptgrund, dass eine Konsole in Haus musste. Und wenn mich dabei ein Fifa auch schon mal frustet, weil man online immer nur einen auf den Deckel bekommt und immer wieder gegen Barcelona spielt. Dann kommt ein Dahingleiten in Journey um die Ecke….mit seiner fabelhaften Musik, mit seiner Ruhe und dem Weg als Ziel und es entschädigt für alles…

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