Die etwas andere Vorgeschichte zu Warcraft Legion (Teil 3 von 3)

DIE ANKUNFT

Nahe der Küste der Verheerten Inseln

Von überall war Kampflärm zu vernehmen. Die Sicht war trüb und neblig. Dennoch sah der Druide die Zeppeline. Es waren hunderte, viele von ihnen brannten oder waren abgestürzt. Eine Höllenbestie nach der anderen flog in ihrer brennenden Kometenform auf die Zeppeline zu.  Die Aufschläge waren heftig. Und kurz nach dem Aufprall mussten sich die Besatzungen mit den dann wieder verwandelten Höllenbestien auseinander setzen. Hinzu kamen anfliegende Verdammniswachen und Eredar. Das sah nicht gut aus. Es wurde zum Desaster für die Invasion der verbündeten Streitkräfte von Allianz und Horde.

Der Druide flog in seiner Vogelform von Schiff zu Schiff und musste dabei immer wieder den anfliegenden Höllenbestien ausweichen. Wo waren nur seine Freunde? Bisher hatte er sie nicht im Geschehen entdeckt. Nachdem der Zirkel des Cenarius entschieden hatte, sich an der Invasion zu beteiligen, hatte er sich direkt zu einem der letzten Zeppeline begeben und die Überfahrt angetreten. Er hatte die Hoffnung sich seinen Freunden anzuschließen zu können.

Doch nun da er sie hier nicht fand – waren sie etwa schon abgestürzt? Er sandte seine Gedanken aus. War da irgendwas bekanntes? Im Flug schloss er die Augen, spähte mit seinen Geist. Da war tatsächlich etwas, aber sehr weit entfernt. Sie lebten, aber sie waren nicht hier. Nein – weiter nördlich und noch ein Stück weiter weg von der Küste. Noch waren sie nicht in die Falle getappt.

Er änderte die Flugrichtung, flog weg von der Front. Ja, seine Freunde waren da draußen über dem Meer. Tycoon musste sie warnen…

 

Weiter nordwestlich über dem Meer

Hellwitch sah auf die vor ihr fliegende kleine Kugel. Sie tanzte vor ihr schwebend in der Luft, zuckte mal nach links, mal nach rechts. Auf einmal schoss die Kugel einen kurzen Funkenstoß in Richtung Hellwitch, diese handelte schnell und erwiderte den Angriff mit einem Schattenblitz ihrerseits. Der Funke verpuffte. „Ist doch schon gar nicht mal so schlecht“, Thamarus ging auf sie zu und klopfte ihr auf die Schulter. „Bis zu den verheerten Inseln bekommen wir deine Reaktionen wieder hin, dann ist das mit dem Treffen kein Problem mehr.“

Ein wenig abseits stand Ghorak an der Reling und beobachtete die beiden. Jetzt verband Thamarus Hellwitch die Augen mit einer Binde. Der Jäger verzog das Gesicht.

Die Kugel tanzte wieder vor Hellwitch, gab einen Funken ab, der zur Überraschung aller Beteiligten von Hellwitch mit einem weiteren Schattenblitz gekontert wurde. Ihr entfuhr ein kurzer Jubelsschrei. Thamarus klatschte in die Hände „Du siehst, du kannst es.“ – „Das war nur Glück.“ Ghorak schaute spöttisch. Der Schamane blickte kurz zu ihm herüber. „Nach meiner Erfahrung gibt es so etwas wie Glück nicht.“ Er drehte sich wieder zu Hellwitch. In diesem Augenblick schoss die Kugel drei kurze Funken hintereinander ab und alle drei trafen Hellwitch. Thamarus ließ die Schultern hängen und seufzte „Naja, Pech halt…“

Ghorak drehte mit einem Grinsen ab. Sollten sie üben, es war allemal besser als sich kampflos seinem Schicksal zu ergeben. Aber Glück brauchten sie schon noch. Er ging nach vorne zur Reling. Dort stand Anira und blickte hinaus aufs Meer. „Schon was zu sehen?“ Er schaute sie fragend an. „Nein nichts, eigentlich müssten wir bald da sein. Ich habe mit meinen Sinnen versucht pflanzliches Leben zu entdecken. Aber da ist nichts bis auf Würgetang und Algen.“ Ghorak schaute selbst in die Weite des vor ihnen liegenden Nebels, doch auch seine Jägersinne erahnten nichts.

Die Druidin keuchte plötzlich auf. „Uhhh – da ist auf einmal was. Aber keine Pflanze. Es ist in der Luft…“ Sie hielt die Augen geschlossen und sahnte ihren Geist aus. Dieser traf auf etwas bekanntes –  der Geist eines Freundes. Erfreut nahmen beide Kontakt miteinander auf. Sie hatten sich so lange nicht gesehen, ihre Freude war groß. „Wir sind hier, kannst du mich spüren.“ – „Ja ich spüre dich. Ich bin fast bei euch. Habt acht, es ist doch eine Falle. Der Nebel – er verbirgt das….die Winde….sie sind mir nicht gesonnen – NEEEEIIIINNNN – ich treibe ab….“

Anira öffnete die Augen „TYCOOON“. Sie drehte sich zu Ghorak um. „Der Nebel vor uns – es ist eine Falle! Ich habe Tycoons Geist gespürt. Er ist auf dem Weg zu uns, aber etwas hält ihn auf.“

Der Jäger zögerte keine Sekunde. Er spannte seinen Bogen und schoss einen Pfeil in den Nebel ab, dann noch einen, dann noch einen…sie verpufften im Nichts.

Fubak kam näher „Was tust du da?“. Doch der Jäger reagierte nicht auf die Frage und schoss weiter reihum seine Pfeile ab. Auf einmal traf einer ein Ziel, ein kurzes Aufflackern, ein kleine Lichtentladung und ein fallender toter Eredar.

Neemoa stand mittlerweile bei Ihnen, drehte sich um läutete die nahe hängenden Glocke.

Alle anderen liefen von hinten und unten aufs Deck. Keine Sekunde zu spät und der Angriff aus dem Nebel ging los. Verdammniswachen flogen heran, Höllenhunde materialisierten sich aus dem Nichts und Eredar schossen ihre Zauber in Richtung Luftschiff. Alle waren sofort im Geschehen und versuchten den Angriff abzuwehren. Varulf, Septic und Thameno banden die Verdammniswachen an sich. Tarlek, Fubak, Niragara und Weidejosi bekämpften die Höllenhunde. Die Fernkämpfer konzertierten ihre Angriffe auf die gefährlichen Eredar. Die Heiler standen in der Mitte und unterstützten, wo sie nur konnten.

Avalanche stand am Steuer suchte den Horizont ab, in der Hoffnung das Festland erkennen zu können. So weit weg konnte es doch nicht mehr sein. Da war nichts außer….nein – nicht auch noch die, dachte er. Ein riesiger Meteorit kam auf sie zu. Wenn die Höllenbestie aufschlug, dann war’s das. Er drehte das Steuer hart nach Backbord. Das Schiff ging in Schieflage. Die Kämpfenden wurden über das Deck geschleudert. Tahandra lag auch am Boden und schaute zu Avalanche. „Ava, was soll…“ Ihre Frage stockte, als die Höllenbestie in ihrer Kometenform an ihnen vorbeirauschte.

Ava wischte sich den Schweiß von der Stirn. Da kam schon wieder eine. Nein, das würde er nicht schaffen. „VORSICHT…..“ Er drehte das Steuerrad, doch der Meteorit war schon zu nah, der Aufprall unausweichlich…

 

Weiter östlich auf den verheerten Inseln

347 Treppenstufen, der untote Hexenmeister hatte sie schon oft gezählt. Stufe für Stufe kam das oberste Geschoss des Turmes näher. Zwischendurch gönnte er sich einen Schluck aus seiner Ampulle. Auf einmal erzitterte der Turm – schon wieder. Er musste hoch, nachschauen was sein Freund dort oben trieb. Seit knapp zwei Jahren saßen die beiden hier fest. Sie fielen als Hexenmeister auf den verheerten Inseln nicht besonders auf. Und für den ollen Turm hatte sich in den letzten Jahren kaum jemand interessiert. Die paar Wichtel und Teufelshunde, die ab und an hier rumschnüffelten, konnten die beiden Hexer lautlos zum Schweigen bringen. Sein Freund war sich sicher, dass es sich früher oder später auszahlen würde, dass sie hier warteten – auf ein ganz bestimmtes Ereignis. Der Turm erzitterte abermals. War es vielleicht schon so weit?

Rexmundi erreichte die oberste Treppenstufe und betrat schließlich das letzte Stockwerk. Er blickte in Richtung der Raummitte. Dort saß sein Freund mit geschlossenen Augen auf dem Boden und hielt eine glühende Kugel in den Händen. Er wirkte angestrengt. „Maro, was ist los?“, Rexmundi kam näher, doch Marodin reagierte nicht auf seine Frage. Stattdessen stöhnte er auf und legte den Kopf zur Seite. Rexmundi dachte nach, er wollte Marodin nicht stören, denn das Ritual kam ihm bekannt vor. Aber ja, damit hatte Marodin schon einmal experimentiert, als er seine eigens beschwörte Höllenbestie im Flug zu kontrollieren versuchte. Was hatte er jetzt vor?

 

Auf dem Luftschiff

„Aus und vorbei“, dachte Avalanche, sah jedoch plötzlich den zielgenau zweiten ankommenden Meteoriten von der Seite fliegend. Beide Infernokugeln schlugen zusammen und flogen bedingt durch die sich ergebende Richtungsänderung am Luftschiff vorbei ins Meer.

Corch wisch sich den Schweiß von der Stirn. Er blickte rüber zu Avalanche. Dieser brachte das Schiff wieder in Stellung. Die nächste Höllenbestie flog heran und wurde durch eine weitere Infernokugel abgefangen. Unten im Wasser kämpften die Höllenbestien gegeneinander. Der Magier runzelte die Stirn. Was war hier los? Er blickte sich um. Die anderen waren wieder mitten im Kampfgetümmel.

Die kollidierenden Infernokugeln wurden innerhalb kürzester Zeit zur Normalität. Ein Meteorit nach dem anderen wurde abgefangen. Corch erspähte sogar Tycoon bei den übrigen Heilern. Er hatte jedoch keine Zeit sich mit den Gedanken an Tycoons plötzlichem Auftauchen zu beschäftigen. Ein Teufelshund lief einsam in einer der hinteren Ecken des Decks. Corch kam auf ihn zu. Die am Kopf des Hundes sitzenden Tentakel zuckten vor. Der Magier wich ihnen aus und lies den Hund im Eisblock verschwinden. Ein Pfeil sprengte das Eis mit dem Teufelshund in tausend Stücke. Orboros zwinkerte ihm von der anderen Seite des Schiffes zu und schoss den nächsten Pfeil im Drehen ab.

Corch wollte gerade zu den anderen zurück kehren, denn er war ein wenig abseits der Gruppe geraten, als er einen stechenden Schmerz im Rücken spürte. Er fiel zu Boden, konnte sich kaum bewegen, drehte unter Schmerzen seinen Kopf und sah einen anderen Hund über ihm stehend, mit seinen Tentakeln an ihm haftend und seine Energie aussagend. Er hatte ihn übersehen, war zu sehr abgelenkt gewesen, das würde sein Ende sein, ausgesaugt bis nichts mehr übrig blieb. Ein letzter Blick auf das emotionslose Maul des Hundes. Der Hammer kam wie aus heiterem Himmel. Flog von links gegen das Monstrum und aufgrund des enormen Schwunges mit ihm über Bord.

Der Schmerz in Corch ließ nach, er stöhnte auf. Niragara trat an ihn heran und hievte ihn hoch. „Das war knapp. Was machst für’n Schmarn? Kannst nicht aufpassen?“ Corch fiel das Atmen immer noch schwer. „Danke. Aber dein Hammer – er ist jetzt weg, irgendwo im Meer…“ Niragara schüttelte den Kopf „Ging nicht anders, ich war zu weit weg. Ich find schon ’nen neuen…komm weiter zu den anderen und steh hier nicht so weit abseits…“. Sie drehten sich in Richtung der Gruppe.

Und blickten in eine Flammenwand, die ihren Weg versperrte. Ein Schreckenslord trat daraus hervor. Seine Hände wurden schwarz. Niragara wusste  – es war zu spät, dies war ihr Ende. Hätte er doch besser aufgepasst. Die Hände des Schreckenlords erhoben sich, nur noch Sekunden…ein Schatten flog heran. Zwei Dolche rammten sich in den Brustkorb des Dämons, die Luft vor ihnen wurde grau – er verging.

Die untote Schurkin zog die Waffen aus ihrem Opfer und drehte sich wutentbrannt um. „Nira! Könnt ihr nicht wenigstens einmal auf euch aufpassen.“ Er stutzte „Senomis? Was…ähm…wie? Warst du etwa die ganze Zeit mit uns auf dem Schiff?“ – „Meinst du ich lasse euch trotz meines Eides bei den Rabenholdt alleine? Aber ich hatte wirklich gehofft, ich könne im Schatten bleiben und nur beobachten. Dachte ihr wärt endlich erwachsen.“ Ihre Lippen ließen ein vertrautes Lächeln erahnen. Die Flammenwand vor ihnen erlag einem Kältekegel. Nariko schaute sie ernst an „Wird’s gehen?“. Niragara nickte und schleifte Corch halb in Richtung der Heiler. Hellsick kümmerte sich sofort um den angeschlagenen Magier.

Phaloma beobachtet das Treiben von weiter weg. Er blickte sich um. Es nahm kein Ende, nein – es wurden immer mehr Feinde. Varulf hatte gerade eine Übermacht an Hunden an sich haften, seine Pranken rissen sie reihenweise in Einzelteile. Josi half ihm, flitzte in Katzengestalt zwischen den Hunden umher, biss mal hier, mal da hinein, nahm seine Flugform an, riss mit dem Schnabel an ihnen. Fubak und Tarlek tauchten immer wieder aus den Schatten auf, schlitzen in die Reihen der Hunde und Teufelswachen. Torel, Hellwitch und Saeryn deckten die Köter mit Schattenzaubern ein und mussten gleichzeitig die umher fliegenden Eredar abwehren.

An einer anderen Stelle versuchte Neemoa zu heilen, ein Rudel Wichtel störte sie dabei. Kaum wurden sie mit einem Mehrfachschuss von Orboros hinweggefegt, war kurz darauf eine neue Gruppe da. Septic und Thameno schließlich waren vor lauter Verdammniswachen nicht zu sehen. Hin und wieder sah man ihre Schwerter aufblitzen. Phaloma heilte blind…

Irgendwann mussten sie die Küste doch erreichen. Der Paladin blickte kurz in den Himmel. Warum wurde es auf einmal heller? Nein, es wurde tatsächlich schlimmer. Es kam nicht nur ein Komet auf sie zugeflogen. Es waren drei auf einmal. Zwei wurden von seitlich fliegenden Infernokugeln abgefangen. Phaloma versuchte noch zu warnen „ACHTUNG!“. Avalanche drehte das Steuerrad hart nach links. Aber es war zu spät. Der dritte Meteorit schlug im hinteren Teil des Luftschiffes ein, zerbarst die dortigen Propeller und das Luftschiff ging in den Sinkflug über…

 

Irgendwo im nirgendwo

Wie lange schwebte er hier schon? Tage? Monate? Jahrzehnte? Er wusste es nicht, es interessierte ihn auch nicht mehr. Einen Ausgang gab es nicht. Nur diese Farben, diese Lichter,  diese Schatten, alles und nichts. Er hörte nichts, nur seine Gedanken. Diese drehten sich am Anfang noch um einen Ausweg. Um den Fehler, der ihm passiert war. Um all das was er zurück lies, was nicht mehr war. Doch jetzt – jetzt vergaß er langsam zu wissen, wer er selbst war. War er Teil der Lichter, Teil der Düsternis? War er Luft, Leere, ein Molekül?

Seine Gedanken schwanden dahin, hielten kurz inne. Er hörte sie nicht. Hörte jetzt nichts. Oder etwa doch? Da war was, er konnte nicht sagen was, konnte es nicht denken. Konnte er es fühlen? Ja – Angst, vertraute Angst. War es sogar Todesangst? Er kannte die Gefühle, er kannte vielmehr die Sender dieser Gefühle. So viele Ängste auf einem Raum. All diese Gefühle von seinen – Freunden. Ja das waren seine Freunde von einst. Sie waren in Gefahr. Er spürte ihr Unbehagen, ihre Ausweglosigkeit. Das durfte nicht sein, nicht passieren.

Er konzentrierte sich ein letztes Mal, all sein Wissen, all seine Kraft galt diesem einen Zauber. Es gab keinen Weg zurück…

Auf dem Luftschiff

„WIR STÜRZEN AB….“ Thameno wusste nicht, woher der Schrei kam. Aber er spürte und sah es auch. Das Schiff, sein Schiff war im Sinkflug. Er sah den Strand. Sie hatten es tatsächlich geschafft. Aber was nützte dies jetzt noch? Sie würden mit dem Schiff abstürzen, ein paar wenige sich vorher retten können und wegfliegen, wie die Druiden, wie Anira. Er schaute zu ihr hinüber, sie schien der Absturz nicht zu kümmern, sie heilte ihre Freunde weiter. Ja – die Dämonen griffen unvermittelt weiter an. Eine Verdammniswache kam ihr zu nahe. Er rannte vor, rammte sie und schleuderte den Gegner mitsamt seines Schildes über Bord. Ihre Blicke trafen sich kurz. Bis zum bitteren Ende Seite an Seite. Er drehte sein Schwert in Richtung eines Teufelshundes. Sie waren alle enger zusammen gerückt. Der hintere Teil des Schiffes brannte. Der Strand kam näher…

…ein Flackern zu seiner Rechten, er drehte den Kopf. Ein Portal erschien und jemand kam heraus. „Juhuu – ich hab’s geschafft.“ Ein untoter Magier blickte in Thamenos Richtung und lächelte freundlich. „Es hat funktioniert, es hat…“ Saeryn packte den Magier am Arm. „Düsterblick, wohin führt dieses Portal?“, sie schaute ihn mit weit aufgerissenen Augen an. „Huhu Saeryn, schön dich…“. Sie rüttelte ihn halb durch „WOHIN FÜHRT DAS PORTAL?“ Er stotterte leicht „Wenn diesmal alles nach Plan lief, dann hoffe ich da hinten zum Strand…“ Saeryn nickte „Das hoffe ich auch“, sie drehte sich zu den anderen „Alle durch das Portal. LOS!“ Sie packte Düsterblick am Arm und ging mit ihm als erste. Die anderen folgten ihnen so schnell es ging. Sie ließen die Dämonen einfach so zurück, die vollkommen überrascht von der Flucht entgeistert stehen blieben. Der eine oder andere Verlangsamungszauber tat sein übriges…

Thameno stieß sein Schwert in einen nah gerückten Eredar. Anira nahm seine Hand „Tham…“. Sein Blick ging ein letztes Mal über das brennende Deck. Sein Luftschiff, es war geflogen, es hatte lange gehalten, es hatte die Überfahrt bestanden. Stolz und traurig zugleich drehte er sich um und schritt mit Anira durch das Portal.

Kurze Zeit später zerschellte das Luftschiff mit den Dämonen am Strand…

 

EPILOG

Marodin ließ die Hände von der Kugel, stand auf und rannte schnellen Schrittes zur Treppe. Rexmundi schaute ihn entgeistert an. „Was ist passiert?“. Marodin schüttelte nur den Kopf und hetzte die Stufen herunter. Rexmundi folgte ihm. „Maro, wohin willst du so schnell?“. Doch sein Freund hörte nicht, nahm mehrere Stufen auf einmal und riss im Erdgeschoss die Tür auf.

Rexmundi hatte arge Probleme mit Marodin mitzuhalten. Dieser rannte zum nahe gelegenen Strand und beschwörte nebenbei eine Höllenbestie herbei. Nein – zwei, drei, es wurden mehr….sechs an der Zahl. Rexmundi staunte nicht schlecht, als er endlich aufgeholt hatte. „Das ist dein neuer Rekord oder? Was machst du eigentlich den ganzen Tag da oben im Turm?“ Doch Marodin antwortete nicht, seine Höllenbestien bereinigten den vor ihnen liegenden Strandabschnitt von vereinzelten Dämonengruppen. Rexmundi beobachtete das Kampfgeschehen und bekam ein schlechtes Gewissen. Er zauberte einen Wichtel herbei. „Damit es nachher nicht heißt du hättest wieder alles alleine gemacht.“ Sein Freund verdrehte die Augen.

Sie hatten nun freie Sicht auf das vor ihnen liegende brennende Wrack. Marodin durchsuchte ein paar Spuren im Sand, während Rexmundi die toten Dämonen und das Kampffeld studierte. „Da liegt Kolles Flammenschild, es ist in zwei Teile zerbrochen. Und das da sieht aus wie Drachenzorn oder zumindest die verbrannten Überbleibsel.“

Rexmundi stutze. Neben Drachenzorn lag eine tote und halb eingeäscherte Teufelswache. Auf ihr waren deutliche Striemen von Peitschenhieben zu erkennen. Rexmundi kannte diese Art der Dämonenauslöschung nur zu gut. Ihm war der eine Magier mit Peitsche bekannt. Doch Ywn hatte Azeroth schon vor Jahren verlassen. Wie kam er hier zum Strand? Ihm blieb keine Zeit weiter darüber nachzudenken.  Er blickte zu einem weit aufgerissenen Maul eines riesigen blutroten Dämons. Das Maul war mit einem quer liegenden Bogen aufgespannt. Als wäre dies die letzten Chance eines Jägers gewesen, um nicht gefressen zu werden. „Das ist Ganugos Bogen! Und im Rachen sieht man bestimmt an … puh… zehn oder sogar zwanzig Pfeile. Oje, das war übel Ma…Maro?“

Sein Freund war weiter gegangen und untersuchte den angrenzenden Waldrand. Rexmundi kam näher. „Maro, da hinten müssen unsere Freunde wirklich eingesteckt haben. Sieht nach einem bösen Kampf aus. Zum Glück liegen dort nur tote Mitglieder der Legion und keiner von uns. Sie scheinen den Absturz ganz gut überstanden zu haben. Was untersuchst du da?“ Marodin zeigte zu einem nahe gelegenen Baum. Rexmundi zog die Augenbrauen hoch. „Das sind doch Gleven? Dämonenjägergleven. Na klasse, erst abstürzen und dann noch zwischen die Fronten von Legion und Dämonenjägern geraten.“

Er schaute in den Wald hinein, ein kleiner Trampelpfad war zu erkennen. Den Fußstampfen nach, wurde er vor kurzem benutzt. „Das muss der Pfad sein, der….“ Er dachte kurz nach. „Aber wenn das stimmt – dann sind unsere Freunde weiter nach Suramar. Oje, das schaffen die doch nicht alleine ohne uns. Maro, was sollen wir tun?“ Rexmundi schaute zu Marodin. Dieser hob die Hände und beschwörte zwei weitere seiner Höllenbestien. Er holte tief Luft, seine Augen leuchteten grün auf.

„Es ist Zeit – lass uns Dämonen jagen…“

ENDE

der etwas anderen Vorgeschichte zu….

(Alle Rechte an den Bildern und dem Sound Blizzard Entertainment)

12 Gedanken zu “Die etwas andere Vorgeschichte zu Warcraft Legion (Teil 3 von 3)

  1. Das war sie nun die kleine Kurzgeschichte. Ich hoffe sie hat euch gefallen. Das Schreiben hat mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, wenn auch das Korrigieren und auch manchmal Umschreiben am Ende extrem viel Zeit gekostet hat , was ich so nicht erwartet hätte.

    Doch es war schön, sich an tolle Zeiten zu erinnern, an Charaktere, ihre Eigenarten. Es hat Spaß gemacht – das Einbauen von Eastereggs zu Star Wars, Star Trek, Herr der Ringe, Masters of the Universe…und das Rumspinnen einer Geschichte, die wahrscheinlich auch nicht schlechter ist, als das was uns Blizzard als Vorgeschichte präsentieren wird. Meiner bescheidenen Meinung nach 😉 Aber lassen wir uns überraschen.

    Unsere Chars werden den Weg schon irgendwie gehen und ich schau mir gerne an, wo man am Ende dieses Pfades landet. Vielleicht sieht man sich auf dem Weg oder dann in Suramar.

    Wie dem auch sei, macht’s gut und danke für den Fisch 🙂
    Euer Kolle

  2. Wie das war es jetzt??? Keine Fortsetzung??? Kolle Du kannst mich doch nicht so anfüttern mit Deinen super Geschichten und dann plötzlich aufhören :'(

  3. Na weiter geht die Geschichte auf den verheerten Inseln. Und da ich keinen Beta-Zugang hatte, hab ich keine Ahnung wie es da aussieht, alle Screenshots in dieser Geschichte sind aus dem jetzigen Spiel und Spoiler hab ich nach Möglichkeit auch vermieden. Man will sich ja auch mal überraschen lassen 😉
    Aber wenn das Drumherum stimmig ist und es mich wieder mal packt, dann schreib ich vielleicht irgendwann wieder was….

  4. Wow Kolle. Wahnsinn. Echt sehr cool geschrieben. Auch wenn ich nicht so richtig gut weggekommen bin 😉
    Hach ja. Einmal noch Onyxia legen oder MC mit alle Mann unkl. Ywn als Raidleitung…. das sind die Geschichten, die ich heut Finn und Falk erzähle.

  5. Danke Kolle! Mir hat die Geschichte sehr sehr gut gefallen! Möglicherweise gibt es ja doch noch eine weitere Fortsetzung wie bei Star Wars usw. … 🙂
    Man sieht sich sicher mal wieder ingame!
    Danke danke danke 😉

  6. Hat wirklich Spaß gemacht Kolle. Hätte glatt wieder Bock das Spiel zu installieren und durchzustarten.

    Ich weiß aber auch aus Erfahrung, dass die Erinnerung an schöne Dinge der Vergangenheit meist besser sind, als der Versuch das ganze zu wiederholen.

    War eine tolle Zeit 😉 vielen Dank für das Auffrischen dieser schönen Erinnerungen.

    Grüß
    Ganugo

    • Stimmt der verklärte Blick zurück ist gefährlich und ich will es bestimmt nicht Schuld sein 😉

      Ist die dunkle Seite stärker? – Nein leichter, schneller, verführerischer…hihi

  7. Einfach Klasse! Toll wie es Dir gelungen ist die neue Erweiterung einzufangen und auch wenn ich mit Tham nur noch selten im Spiel bin, er ist lvl 100 und immernoch der schlechteste Tank den WoW je gesehen hat 🙂 Aber das ist bei der Truppe ja nur halb so schlimm. Es wird sicherlich schwer, ach was sage ich – sogar unmöglich die alten Zeiten noch einmal aufleben zu lassen, aber vielleicht findet man ja nochmal in diesem Spiel zusammen. Eine andere Plattform als WoW kommt für diese Truppe eh nicht in Frage.
    Trotzdem erstmal vielen Dank an Kolle für diese absolut toll geschriebene Geschichte und vielleicht inspiriert ja das Spiel dich noch zu weiterne kleinen Geschichten 😉

  8. Danke Kolle, auch der dritte Teil wusste zu überzeugen! Hat mich daran erinnert, dass WoW nicht nur ein bisschen Rumgeklicke zwischen einigen Bits und Bytes war, sondern vor allem das „Zusammenleben“ mit euch allen das Besondere war.

    Bis bald im Spiel
    Josi/Flo

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