Warum „The Border – Der Weg in die Hölle“ mich verfolgt…

Die Sommerpause neigt sich dem Ende zu und damit auch das Sommerloch. Dieses war bei mir jedoch hauptsächlich durch Hochzeitsvorbereitungen geprägt und daher war’s auch hier im Blog ein wenig still.
Jetzt könnte ich was zur WoD-Beta schreiben und warum ich mich dort kaum rumgetrieben habe. Oder was zum Ende der 3.Staffel von Homeland und was mich daran ziemlich stört. Oder einfach wie sich die Playstation 4 neben der Playstation 3 im Wohnzimmer so macht. Aber zu den drei Punkten im Laufe des Septembers mehr.

Heute blicke ich in die Welt der Hörspiele und dabei zu einer neuen Serie aus der Hand von Oliver Döring. Das ganze nennt sich The Border und besteht aus jeweils in sich abgeschlossenen Folgen, die irgendwie mit Unheimlichem zu tun haben.

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Die ersten beiden Folgen sind bereits erschienen. Dabei bietet die 2.Folge eher bekannte Vampir-Standardkost, die man hören kann aber nicht muss. Die auch gut gemacht ist, aber irgendwie dann doch nichts überraschendes bietet.
Folge 1 hingegen – Der Weg in die Hölle – hat mich doch nachhaltig berührt und zwar in Form von leichtem Ekel. Warum? Wahrscheinlich weil das dargestellte Szenario irgendwie nicht ganz so unrealistisch ist, wenn man sich gewisse gesellschaftliche Entwicklungen anschaut.

Worum geht’s? Um die Erdbevölkerungen ausreichend ernähren zu können, wird an genetisch hergestellten Fleisch geforscht. Dieses wird in einer geheimen Ecke der Welt, in einem für sich geschlossenen Gebiet mit Inseln und Höhlen an mehreren 100 freiwilligen Testpersonen getestet. Und zwar wie die Menschen es vertragen, ob es Nebenwirkungen gibt, ob es schmeckt etc.
Am Anfang wird einem schnell klar, dass die Forschungsdauer schon lange anhält, denn in diesem künstlichen „Paradies“, in dem es den Menschen an nichts mangeln soll, an das sich die Menschen bis zum Forschungsende binden, sind sogar schon Kinder zur Welt gekommen…
Und wie es scheint, gab es bis dato auch kaum negative Erkenntnisse beim Verzehr des genetische hergestellten Fleisches. Allen geht es prächtig.

Doch um ganz sicher zu gehen, dass man dieses revolutionäre Produkt auch auf den Markt bringen kann, werden zwei externe Doktoren eingeflogen, die sich eine unabhängige Meinung zu der Forschung bilden sollen und quasi dem Ganzen den grünen Stempel und somit die Zustimmung geben.
Hier beginnt das Hörspiel und zeigt uns zwei Skeptiker, die im Folgenden mit allen möglichen Bewohnern der geschaffenen Oase Interviews zu ihrem Leben, zum Verzehr von Fleisch und möglichen Nebenwirkungen führen.
Diese Interviews geben dem Hörspiel einen dokumentarischen Charakter, der immer wieder die Rahmenhandlung aufreißt. Diese hingegen bringt uns die Forscher und Macher, sowie das genetische Fleisch näher.
Und wie sollte es anders sein – niemand leidet tatsächlich unter irgendwelchen Nebenwirkungen. Allen geht es gut. Man hat sogar testweise für eine Woche das Fleisch von der Speisekarte genommen und es gab keine Entzugserscheinungen. Und das überhaupt wichtigste – das FLEISCH schmeckt und ernährt.

Der weiter oben erwähnte Ekel trifft mich, als den beiden Experten das Fleisch vorgestellt wird. Ein riesiger, genetisch hergestellter Fleischklops, der kontinuierlich überwacht wird. Zu den Rändern hin wird das Fleisch frisch und schmackhaft und dort auch für den Verzehr entfernt, abgeschnitten – wie auch immer. Kein Gehirn, kein Herz, keine Lunge, nur Muskeln und FLEISCH.
Die Vorstellung man würde sich von so etwas ernähren….naja….wenn man es weiß und es trotzdem macht – das soll jeder für sich selbst entscheiden. Schlimmer ist eher die Befürchtung, dass man unwissend solch ein Fleisch vorgesetzt bekommt ohne jegliche Ahnung….Fleischskandale gab es in der Realität genug. Der Gedanke, dass solch ein Szenario real sein könnte, wollte mich auch nach dem Hören der Geschichte nicht loslassen…

Doch zurück zur fiktiven Geschichte. Ohne das Ende zu verraten und die Spannung zu nehmen, sei nur kurz die Richtung verraten, in die sich die Story entwickelt:
Die Natur lässt sich nicht aushebeln, betrügen und umgehen. Und auch hier findet der „Fleischklops“ – aller Überwachung zum Trotz – einen Weg zu mutieren. Und als einer unser beiden Experten dies heraus findet, ist die Katastrophe schon unvermeidlich.

Das Ende wird, im Gegensatz zum dokumentarisch angehauchten ruhigen Anfang, zuweilen actionlastig, dies jedoch nur in kurzen Momenten, die immer wieder durch langsame und beängstigende Passagen unterbrochen werden. Der Abschluss der Geschichte ist aber auch nicht das Entscheidende. Es ist eher der Gedankenstrang dahinter. Und schliesslich bleibt das Ende auch relativ offen. Wer sowas nicht mag, darf auch weghören. Wer gerne Fleisch mag, sollte mal reinhören und wer Vegetarier oder sogar Veganer ist, wird „ich habe es schon immer gesagt“ vor sich hin murmeln…

Schlussendlich habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt, wie man es von Herrn Döring auch gewohnt ist. Ein sehr gut gemachtes Hörspiel mit einer Story, die einen zum Nachdenken anregt….

….selbst Wochen später beim Verzehr eines Mettbrötchens…

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